Seit 2024 ist Johannes Diemert als Trainer beim TuS Weinböhla - und seither erfolgreich. Hier spricht er über seine Spielphilosophie.
Während der Großenhainer FV in der Fußball-Kreisoberliga Meißen einsam seine Kreise zieht (5:1 in Barnitz), liefern sich die Verfolger einen packenden Kampf um die Plätze. Vor allem der sportliche Höhenflug von TuS Weinböhla (4.) in den vergangenen Wochen und Monaten ist beeindruckend.
Nach dem 9. Spieltag lagen die Schützlinge von Trainer Johannes Diemert nach einer 2:9-Schlappe in Großenhain auf einem Abstiegsrang. Danach begann mit einem 3:3 gegen die SG Canitz eine Erfolgsserie. Mit acht Punktspielsiegen in Folge kletterte Weinböhla zwischenzeitlich auf den zweiten Platz. Nach dem 2:2 beim FV Gröditz II erzählt der 43-jährige Johannes Diemert im Interview, wie seine Mannschaft in die Erfolgsspur zurückkam.
Johannes Diemert, wie erklären Sie sich diesen Höhenflug?
Seit 2024 bin ich Trainer beim TuS. Wir, die Spieler, aber auch ich selbst, haben Zeit benötigt, um uns aneinander zu gewöhnen. Ich hatte andere Vorstellungen, Fußball zu
spielen,alseszuvorinWeinböhladerFall war. Hinzu kommt, dass viele junge SpielerausdemeigenenNachwuchs eingebaut wurden. Das brauchte einfach Zeit. Ich habe aber immer an die Jungs geglaubt. Es
ist charakterlich eine feine Truppe. Mit jedem Erfolg wurde das Zusammengehörigkeitsgefühl besser und das Selbstvertrauen wuchs. Die Youngster haben sich toll entwickelt. Der 19-jährige Fritz
Reiser hat sich zu einer echten Granate im Sturm gemausert, hat schon 13 Tore auf seinem Konto. AuchandereausderJugend,wieRudi Schibbe oder Cedric Wolf, sind im Team gewachsen. Dazu mit den
ExRiesaern Luis Kießling sowie Julian Förster und den Hecker-Brüdern aus Coswig gute Verstärkungen zu uns.
Worauf legen Sie in erster Linie Wert?
Auf schnelle, kurze Bälle und Doppelpässe. Nach anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten haben die Spieler meine Vorstellungen immer besser umgesetzt. Auch die Trainingsbeteiligung ist mit 15, 16 Spielern stets sehr gut. Die Jungs habengemerkt,umwasesgeht,und ziehen voll mit.
Quelle: Von Jens Jahn und Jürgen Schwarz - SZ 31.03.2026
Wie sind Sie nach Weinböhla gekommen?
Ich war von 2017 bis 2023 Präsident beim Meißner SV, habe dort auch die A-Jugend trainiert. Als Spieler war ich überall im Kreis unterwegs, spielte beim DFC Meißen, bei Fortschritt Meißen-West, in Seerhausen und beim MSV. Erik Montwill, der zuvor hier Trainer war, sprach mich an und sagte mir, dass in Weinböhla ein Trainer gesucht wird. Mir gefiel die Art, wie man hier den Fußball lebt. Mit meinem Co-Trainer Richard Böttcher, der leider zum Saisonende aus beruflichen Gründen aufhören muss, sowie Torwart-Trainer Rene Trentzsch sind wir ein gutes Team. Es macht Spaß, mit dem Erfolg natürlich noch mehr. Wir sind nicht nur auf dem Fußballplatz zusammen, grillen auch, gehen gemeinsam Essen oder spielen Darts.
Wer sind die Leistungsträger?
Einige, wie Kapitän Maximilian Berndt, aber auch Steve Reimann, Robin Frisch, Johannes Rothe oder Torhüter Dominic Munzig. Luis Kießling kann die jungen Spieler mitreißen
und natürlich der nahezu unverzichtbare Maurice Mögel.
Welche Zielstellung hatten Sie ausgegeben?
In der Vorsaison waren wir Siebter und wollen diesmal besser sein. In dieser Serie gibt Großenhain logischerweise den Ton in der Liga an. Wir wollen uns weiterentwickeln und können vielleicht in der kommenden Saison vorn etwas bewirken.
Wie zieht Ihre Familie bei diesem zeitintensiven Posten mit?
Da muss ich meiner Freundin Sophie ein großes Kompliment machen. Siekennt mich undmeine Liebe zum Fußball, kommt oft mit unserem fünf Monate alten Jungen zuschauen. Meine großen Söhne sind absolute Dynamo-Fans. Hugo hat bis zur Jugend selbst gespielt, Oscar ist unser zweiter Torhüter. Er bekommt auch seine Einsätze.
